Mittwoch, 5. April 2017

Das Experiment Gelber Sack V

Nachdem ich nun zwei Tage zuhause gegessen hatten, war heute das leider Unausweichliche dran: Spülen. Passenderweise hatte ich auch kein selbst-gefertigtes Spülmittel mehr auf Vorrat im Schrank, was mich in die Lage versetzt, mein schnelles Rezept kurz vorzustellen: 20 g Kernseife (hier: Klar's Olivenseife, fünf Stück in Papierverpackung - gibt es in Bioläden aber auch unverpackt einzeln) raspeln, ein Esslöffel Natron (Papiertütchen in meinem Fall) dazu und dann zusammen mit 100 ml kochendem Wasser aus dem Wasserkocher in den Mixer. Nach und nach insgesamt 400 ml Wasser hinzu geben und mixen. Auf keinen Fall auf einmal, sonst gibt es einen Geysier aus sanft seidigen Seifenblasen, und keinesfalls weniger Wasser nehmen, sonst geht die Seife zwar in die Flasche, aber nicht ohne Gewalt wieder heraus. Abgefüllt habe ich es in einen (sehr) alten Plastikspender, den ich immer wieder für die Flüssigseife nutze. 

Der einfache Weg zum plastikfreien Geschirrspülmittel
An Müll ist also heute nur anteilig etwas Papier angefallen, das jedoch noch nicht auf den Müll wandern muss. Das Natron-Tütchen ist ja noch nicht leer, und auch in der Seifenpackung sind noch drei Stück Seife übrig, Beide habe ich schon einige Wochen im Haushalt; sie sind ergiebig. Ansonsten war ich brav. Das Frühstück bestand aus eigenem Brot mit eigenem Aufstrich, mittags hatte ich mir einen Salat gemacht, dessen Zutaten ich mir vom Bauernmarkt um die Ecke geholt hatte, und zu Abend gab es Brot und Anti-Pasti, die ich mit meinem eigenen Behältnis bei einem Feinkost-Stand auf dem Markt geholt hatte.

Montagabend war unser monatlicher Alternativer Stammtisch (jeden ersten Montag im Monat, ab 19:00 Uhr, im Café Kaktus in Friedberg). Es kam eine interessante Diskussion zustande. Wenn ich auswärts esse, weiß ich nicht, wie viel Müll für mein Essen anfällt. Ich weiß nicht, welche Verpackungsart und welche Verpackungseinheiten die Küche nutzt. Wie bilanziere ich das beim Thema Plastiksparen/-fasten? Eine gute Frage! Grundsätzlich denke ich, dass die Gastronomie frisches Gemüse vom Markt bezieht, das lose in Kisten geliefert wird. Montagabend gab es jedoch extra für den Stammtisch vegane Optionen in der Speisekarte des Bistros, z. B. eine Soja-Alternative zum Schmand auf dem Flammkuchen. Die gibt es nur in Plastikverpackung. Ich habe also gestern zumindest indirekt Plastikmüll produziert. Auch damit muss ich folglich bewusster umgehen. Einfach auswärts zu essen reicht folglich nicht, um sich der Verantwortung zu entziehen.

Nachtrag vom 06.04.2017
Ich lerne es nie! Die Flüssigseife wird über Nacht wieder zur Festseife. Ein wenig Wasser in die Flasche und gut schütteln, dann wird es was. Nächstes mal lieber zehn Gramm ;-)

Kommentare:

Horacia Turid hat gesagt…

Ich möchte nicht kleinlich sein, aber da du auch die Hefetütchen in die Gelbe-Tonne-Ecke legst, ist es wahrscheinlich angemessen, wenn ich nochmal nach den Natrontüten frage. Sind die nicht auch innen ganz dünn mit Kunststoff beschichtet (merkt man, wenn man die Rissstellen ganz langsam auseinanderzieht) und müssten somit in die Müllecke oder gibt es das bei dir tatsächlich in reinem Papier?

Andreas Arnold hat gesagt…

Das ist nicht kleinlich, sondern eine berechtigte Frage. Noch ist die Tüte nicht als Müll angefallen. Sie ist noch halb voll. Bislang ging ich davon aus, es handelt sich um unbeschichtetes Papier, aber ich frage mal den Hersteller. Bin gespannt.
Künftig kaufe ich Natron, Soda und Zitronensäure jedoch lose bei gramm.genau 😊